8.8.09

kassenstau

eigentlich will ich nur ein paar scheiben schinken für die beste aller ehefrauen zum frühstück holen. sooft haben wir das nicht, dass wir morgens gemeinsam frühstücken können.
also bin ich los, frische schrippen holen und eben in dieses kaufparadies. an der wursttheke einige leute am warten - aber dann sehe ich schon abgepackte päckchen (ein schlimmes deutsch, ich weiss...). geschnappt und direkt zur kasse. zwei sind offen. links? rechts? wo gehts schneller? okay, stelle mich rechts an.
aber dann staut es sich. die vor-vor-käuferin bezahlt mit karte. das dauert. verkäuferin hatte wohl noch keinen kaffee, sie bewegt sich jedenfalls vermindert schnell. irgendwann - ich beobachte derweil die lottotheke - hats wohl geklappt. dann ist meine vor-käuferin dran. naja, die waren eintippen geht im bummelzugtempo voran. bezahlen? puh, 100 euroschein. "kleiner hamses nich?" "nee" "moment mal" - verkäuferin fragt andere kasse. aber die kann auch nicht helfen. wat nu? ah, die dritte kasse macht auf. ob die kleingeld hat?
wieso stehe ich eigentlich immer noch an dieser kasse? okay, dann spreche ich mal meinen nachfolger-käufer an. "man muss einfach geduld haben im stau. wissen sie, wenn ich morgens zur arbeit fahre, lohnt es sich nicht, sich über nen stau aufzuregen. ich schalte dann innerlich ab und warte geduldig, bis es weitergeht" "ja, ging mir erst gestern so, bin hinter einem traktor mit heuballen und zwei weiteren autos hergezuckelt. das eine auto wurde ungeduldig, wollte überholen, just in dem moment bog der traktor ab - hätte fast geknallt." ja, geduldig muss man sein..."
und wir merken fast nicht, dass es weitergeht. dritte kasse kann wechseln. frau vor mir bezahlt. räumt den platz. ich bin dran. nee, noch nicht. verkäuferin muss erst der dritten kasse noch das bereits gewechselte geld (grosse scheine) geben. als sie zurückkommt, bleibt ihr kittel in der zu schliessenden kassentüre hängen. wieder auf die tür, kittel wegziehen, tür wieder zu. ohne, dass was dazwischenklemmt.
dann - nee, ich noch nicht. dann erst mal kassenbons zusammengeklammert und in kasse abgelegt.
aber jetzt - ja, jetzt darf ich den schinken bezahlen. also die scheiben. ob ich jetzt noch mal zur wursttheke zurückgehe und was anderes aussuche? keine bange, so eine idee findet nur theoretisch statt.
langsam bekomme ich mein wechselgeld. will die dame schon zur effektivsten fachkraft erklären, aber dann denke ich, dass so ein verhalten nicht wirklich christlich ist.
beim verlassen der kasse verabschiede ich mich von meinem neuen bekannten. son stau hat doch was.
ich überlege allerdings, ob ich das nächste frühstück nicht vorgängig anders organisiere.
oder meiner frau andere leckerbissen schmackhaft mache. so in der richtung meiner eigenen vorlieben...
das würde alles vereinfachen.

Kommentare:

Haiggo hat gesagt…

"verkäuferin hatte wohl noch keinen kaffee, sie bewegt sich jedenfalls vermindert schnell"
haha, gut geschrieben, herr papa!

Ehra hat gesagt…

Nach dem Lesen dieses vergnüglichen Berichts bescheinige ich dir: "Geduldprobe bestanden!"
Den einzigen Schluckauf den ich dabei bekam war der Satz ..."daß so ein Verhalten nicht wirklich christlich ist"
ähm ... wie geht das: "christlich sein?" ;-)

Minka hat gesagt…

Wieso andere Leckerbissen schmackhaft machen? Muss man die nicht bezahlen?
Nee, das nächste mal an der LINKEN Kasse anstellen - links ist doch Überholspur...:-)

andy55 hat gesagt…

@haiggo - ausser 24 schauen kann er noch mehr:-)

@ehrentraut - dieser halbsatz gehört ebenfalls ins ironische repertoire von meiner mutter seinen sohn - gute besserung fürn hals!

@minka - die linke kassiererin bekam einen wadenkrampf - die anstehenden kunden wurden in die allerrechte kasse umgeleitet...

Ehra hat gesagt…

danke Andy ... Schluckauf kommt vom Hals ? *staun*
...okay, Ironie kann mein Hals natürlich nicht von der Wahrheit unterscheiden ;-)